Bauen im Bestand

Kreativer Umgang mit alter Substanz


Der Umbau älterer Häuser bringt für die Architekten bauliche Einschränkungen mit sich. Doch mit Kreativität und variablen Raumkonzepten entstehen interessante und individuelle Lösungen.


Neues Leben für altes Bergeller Haus aus dem 15. Jahrhundert

Mehrere hundert Baukräne stehen derzeit zwischen Boden- und Genfersee. Überall wachsen Neubauten in die Höhe, entstehen Quartiere und werden nicht mehr passende Altbauten durch neue Gebäude ersetzt. Doch der Eindruck täuscht: Bauen in der Schweiz heisst in den meisten Fällen Bauen im Bestand. Nur gerade ein Promille des Schweizer Gebäudeparks, der aktuell rund 1.6 Millionen Wohnbauten umfasst, wird jährlich neu gebaut. Sanierungen, Umbauten und Erweiterungen sind also an der Tagesordnung. Für die beteiligten Architekten eine äusserst spannende Herausforderung, gilt es doch trotz zahlreichen Vorgaben durch Statik, Grundriss, Denkmalpflege, Budget und Wünsche der Bauherrschaft möglichst das Optimum herauszuholen. Zahlreiche Beispiele zeigen: Durch die geschickte Kombination von bestehenden Elementen, die den Charme eines Objektes ausmachen und neuen Eingriffen, entsteht ein spannungsvolles Nebeneinander. Oft sind die Verhältnisse eng – eine Situation, in der Schiebetüren ihre Vorteile ausspielen können, erlauben sie es doch auf Platz sparende Weise fliessende Übergänge zwischen benachbarten Räumen zu schaffen, ohne auf die Möglichkeit einer Abtrennung verzichten zu müssen.

Multifunktionale Raumnutzungen
Interessant wird das Bauen im Bestand, wenn es sich um ein Ferienhaus handelt. Denn diese temporäre Wohnform erlaubt Lösungen, die sonst nicht möglich sind. Viel mehr als grosszügige Wohnräume und Komfort zählen in den Ferien der Standort des Hauses, der Ausblick sowie das Angebot der Region.

Ein besonders intelligent und phantasievoll gelöstes Beispiel ist die Erweiterung der Wohnräume eines Ferienchalets in Villars-sur-Ollon in den Waadtländer Alpen. Die Ausgangslage für die Architekten Nicolas Strambini und Achim Hussong von strambinihussong aus Lausanne präsentierte sich klassisch: Die Kinder der Besitzer sind erwachsen und haben bereits selber Kinder. Ist die ganze Familie im Haus, mangelt es an Platz, verbringen nur die Besitzer ihre Ferien im Chalet, ist es zu gross. Die Architekten schlugen deshalb vor, den bereits als Ausweichquartier genutzten Keller, der dank Hanglage über Fenster verfügt, zu einer Einliegerwohnung auszubauen. Diese erweitert einerseits den Wohnraum, ist andererseits alleine ausreichend gross, wenn nur zwei Personen im Haus sind. Die räumlichen Vorgaben waren sehr eng. Es standen nur ein grosser Raum zur Aussicht hin sowie der ehemalige Kohlenkeller und ein Abstellraum auf der Hangseite für die Erweiterung zur Verfügung.



Diese zwei Zonen verbanden die Architekten mit einer neuen Mittelzone, die sie als multifunktionales Möbel aus Tannenholz gestalteten: Es ist Stauraum, Küche, Sitzbank und Durchgang in einem. Drei ins Möbel eingelassene Schiebetüren schaffen die Verbindung zum an ein Alkoven erinnernden Schlafzimmer in grünen Farbtönen, zum ganz in blau gehaltenen Bad und zum rot gestrichenen Treppenhaus, das in den oberen Teil des Hauses führt.
Chalet Chantemerle

Mit einem alten, engen Chalet konfrontiert war auch Innenarchitekt Daniel Truffer vom Wohnbedarf in Basel. Das Haus seiner Kunden oberhalb des Brienzersees war einst Wohn- und Arbeitsort eines Holzschnitzers. Die neuen Besitzer wollten es als Rückzugsort zum ruhigen Arbeiten und Erholen nutzen. Gleichzeitig sollte es aber auch möglich sein, Gäste zu beherbergen. Zwei Anforderungen, die Truffer mit Hilfe von Schiebetüren geschickt unter einen Hut gebracht hat, ohne die Substanz des Hauses zu zerstören: Ist das Paar alleine im Haus, sind die Durchgänge vom Arbeits- und Schlafzimmer sowie vom Bad zum Korridor im oberen Stockwerk offen.



Dadurch wirken die kleinteiligen Räume, die grösstenteils in ihrer Ursprünglichkeit belassen wurden, grösser und heller. Sind Gäste zu Besuch, können die Öffnungen mit Schiebetüren verschlossen werden und es entsteht Privatsphäre für Besucher und Gastgeber.
Chalet Hauri

Enge Verhältnisse und eine alte, aber erhaltenswerte Bausubstanz traf auch Innenarchitekt Christian Speck aus Oberwil im Baselbiet beim Umbau eines 100-jährigen Hauses mitten in Soglio im Bergell an. Eine Herausforderung war vor allem der Einbau eines Badezimmers neben dem Schlafzimmer im ersten Obergeschoss. Speck unterteilte den vorhandenen Raum mit Hilfe von zwei grossen Schränken in einen Schlaf- und einen Badbereich. Zwischen den Schränken verbindet ein Durchgang die beiden Bereiche. Die Schiebetüre zum Verschliessen des Bades ist fast unsichtbar direkt in den Schrank integriert. Eine perfekt auf den Altbau zugeschnittene Lösung. 
Casa Sott Pare 31
 
Mehr Infos zu interessanten und individuellen Lösungen mit Hawa Schiebebeschlägen finden Sie hier:
Chalet Chantemerle
Chalet Hauri
Casa Sott Pare 31


Zurück zur Übersicht Impulse




Ein multifunktionales Möbel unterteilt Raumzonen, integrierte Schiebelösungen schaffen die Verbindung.

Chalet Chantemerle

© 2017 Hawa Sliding Solutions AG, Schiebebeschlagsysteme